Handwerkskammer zeigt, wie es geht

Als Mittler zwischen Unternehmen, Jugendlichen und Schulen ist man die ganze Woche unterwegs und versucht, Gelegenheiten zu schaffen, um genau diese drei zusammenzubringen.

Wenn dann auch mal ein Samstag im Kalender steht, stutzt man erst einmal kurz und überlegt: Funktioniert das wirklich?

Und hier schon mal der Spoiler: Es funktioniert hervorragend.

Die Handwerkskammer Berlin lud zum Tag des Handwerks in den Mellowpark nach Köpenick ein. Mehr als 30 Berliner Betriebe und Innungen waren dabei – und auch als Besucher konnte man ziemlich schnell feststellen: Das war mehr als ein Erfolg.

Volle Stände, fröhliche Menschen und die geballte Masterclass des Berliner Handwerks.

Vor allem aber Unternehmen und Menschen, die sich nicht nur für den Nachwuchs engagieren, sondern genau das gemacht haben, worauf es bei guter Berufsorientierung ankommt: INTERAKTION. An fast jedem Stand wartete eine neue Aufgabe auf Kinder und Jugendliche. Rohrstücke zusammenschrauben, Stuckelemente gießen, Bilderrahmen oder Vogelhäuschen bauen – überall konnte ausprobiert, angefasst und selbst gemacht werden.
Alles hatte Sinn und Verstand und vor allem: Jeder war eingeladen mitzumachen.

Die Handwerkskammer Berlin selbst hatte sich thematisch perfekt an den Mellowpark angepasst: Hier konnten eigene kleine Halfpipes gebaut werden.

Überhaupt kam man aus dem Staunen kaum heraus, mit wie viel Mühe und Ideenreichtum die unterschiedlichen Gewerke ihre Berufe präsentierten. Vom Gerüstbau über Metall und Tiefbau bis zum Dachdeckerhandwerk wurde sichtbar, was diese Berufe für Berlin bedeuten.
Denn diese Menschen bauen, erhalten und modernisieren unsere Stadt. Und genau hier liegen auch enorme berufliche Chancen für die Fachkräfte von morgen.

Besonders schön war natürlich auch, dass zahlreiche FKU-Mitglieder und Unterstützer unserer Fachkräfte-Initiativen vor Ort waren. Man lief eigentlich von einem Gespräch direkt ins nächste – und aus einem kurzen Hallo wurden schnell intensive und richtig gute Gespräche.

Um es ein bisschen greifbarer zu machen, lohnt sich ein Blick auf einige der Menschen, mit denen wir an diesem Tag ins Gespräch kamen. Da waren zum Beispiel Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, und William Pethe, Teamleiter Berufsorientierung und Vermittlung, mit denen es natürlich um die Frage ging, wie mehr junge Menschen für das Handwerk gewonnen werden können.

Mit Deborah Kröger und Helmut Arndt von Frisch & Faust Tiefbau sowie ABF Straßenbau trafen wir auf zwei Gesprächspartner, die aus der Praxis sehr genau wissen, was Betriebe brauchen, um Nachwuchs zu finden und auszubilden. Mike Lischke, Obermeister der Innung für Metall- und Kunststofftechnik Berlin und selbst Inhaber von Mike Lischke Metall- & Apparatebau in Kreuzberg, brachte wiederum die Perspektive eines Unternehmers und Innungsvertreters zusammen.

Auch Anne-Marie Neumann von der K. Rogge Spezialbau GmbH gehörte zu den bekannten Gesichtern, ebenso wie Andreas Krebs, Geschäftsführer der MODULE Spezial-Gerüstbau GmbH, der sich seit Jahren intensiv für die Nachwuchsförderung engagiert. Und wo über Berufsorientierung und praktische Einblicke gesprochen wird, durfte natürlich auch Thilo Hense von der GFBM nicht fehlen – selbstverständlich mit ordentlich Werbung für das Sägewerk im Gepäck.

Und noch so viele mehr.

Das sind die Menschen, die mit viel Einsatz daran arbeiten, das Handwerk dahin zu bringen, wo es hingehört: mitten ins Blickfeld junger Menschen. Denn Handwerk ist nicht die Alternative, wenn etwas anderes nicht klappt. Es ist Können, Verantwortung, Zukunft und die ganz praktische Grundlage dafür, dass eine Stadt wie Berlin überhaupt funktioniert.

Und wenn man sehen möchte, wie man jungen Menschen genau das vermittelt, ohne große Vorträge und Hochglanzbroschüren, sondern mit Machen, Ausprobieren und Begeisterung, dann hat die Handwerkskammer an diesem Samstag ziemlich eindrucksvoll gezeigt, wie es geht.