Auch Alleinerziehende sind Unternehmerinnen

Ein zentraler Schwerpunkt des Regionalen Fachkräfte-Bündnis ist es, Unternehmen dafür zu sensibilisieren, ihre Strukturen und Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Alleinerziehende bessere Chancen haben, Beruf und Familie zu vereinbaren – und damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Fachkräftesicherung zu leisten.

Doch neben der Perspektive der Unternehmen gibt es auch die Seite derjenigen, die beides gleichzeitig tragen: Verantwortung für ein Kind – und für ein eigenes Unternehmen.

Genau darüber haben wir uns mit Dina Hajeer, selbstständige Grafikerin, und Pauline Potschka, Koordinatorin des Netzwerks Alleinerziehende Friedrichshain-Kreuzberg, ausgetauscht.

Denn: Alleinerziehend zu sein bedeutet bereits, täglich zu organisieren, zu priorisieren und Verantwortung zu übernehmen. Unternehmerin zu sein bedeutet gleichzeitig, strategisch zu denken, wirtschaftlich zu handeln und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Selbstständigkeit bietet dabei große Chancen – Flexibilität, Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum. Gleichzeitig bringt sie aber auch Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bereichen, die über das eigene Fachgebiet hinausgehen: Preisgestaltung, Akquise, Positionierung, Kund:innengewinnung, Netzwerkaufbau oder auch administrative und rechtliche Fragen.

Gerade hier wird deutlich, wie wertvoll Austausch und Unterstützung sind.

Dina bringt für ihre Kundinnen eine besondere Stärke mit: Durch ihre Lebensrealität als Alleinerziehende arbeitet sie häufig zu Zeiten, die außerhalb klassischer Arbeitsstrukturen liegen. Diese Flexibilität ist nicht nur eine Notwendigkeit – sie ist auch ein echter Mehrwert in einer zunehmend dynamischen Arbeitswelt.

Umso wichtiger ist die Frage: Wie können Netzwerke wie das RFB hier konkret unterstützen?

Indem sie Räume schaffen für ehrlichen Austausch auf Augenhöhe.
Indem sie Erfahrungswissen sichtbar und zugänglich machen.
Indem sie Verbindungen herstellen – zwischen Unternehmerinnen, Unterstützungsangeboten und relevanten Akteurinnen.
Und indem sie ganz konkret dabei helfen, Hürden abzubauen und Perspektiven zu eröffnen.

Denn Unternehmerinnen wie Dina brauchen nicht nur Kundinnen – sie brauchen ein Umfeld, das ihre Realität versteht und ihre Entwicklung aktiv unterstützt.